Dienstag, 7. Februar 2012

Gruess Gott!

Passauer Schulleiterin verbannt "Tschüs"

"Grüß Gott" statt "Tschüs": In Bayern gilt der norddeutsche Gruß mancherorts als unhöflichZur Großansicht
DPA
"Grüß Gott" statt "Tschüs": In Bayern gilt der norddeutsche Gruß mancherorts als unhöflich
Darf ein Bayer Tschüs sagen? Eine Passauer Rektorin löst die ewige Diskussion auf ihre Weise: Sie erklärt ihre Schule zur "Tschüs- und Hallo-freien Zone" - die beiden Wörter seien unhöflich. Recht so, meint ein Dialektpfleger, Tschüs tue in den Ohren weh.
Passau - Tschüs, Tschüs! An einer Passauer Schule steht der norddeutsche Gruß auf dem Index - genauso wie das eigentlich recht neutrale "Hallo". Denn für Rektorin Petra Seibert sind beides Reizwörter, beides empfindet sie als unhöflich und hat daher ab sofort ihre Schule zur "Hallo- und Tschüs-freien Zone" erklärt.

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"Wir bemühen uns, ohne diese beiden Grußformeln in unserem Haus auszukommen", verkündet ein Aushang in der Mittelschule St. Nikola. "Über ein 'Grüß Gott' und ein freundliches 'Auf Wiedersehen' freuen wir uns jedoch jederzeit." Nichtbayern mögen sich über diese Regelung wundern, vor allem darüber, dass ihr täglicher Gruß als unhöflich angesehen wird - im Freistaat bleibt der große Proteststurm aus. Seiberts Ansatz ergebe pädagogisch Sinn, sagt der Sprecher des bayerischen Kultusministeriums, Ludwig Unger. "Es ist ein positives Signal der Wertschätzung, aber man darf es nicht zum Dogma stilisieren." Die Jugendlichen müssten den Sinn der Aktion verstehen, um sie anzunehmen.
Wenn ein Schüler nach einem "Hallo" zu einem Aufsatz verdonnert werde, sei das der falsche Weg. Jugendliche müssten lernen, sich gegenüber Autoritätspersonen anders zu verhalten als gegenüber Gleichaltrigen. Grußformeln könnten dieses Bewusstsein schärfen. Ein "Hallo" sei zwar nicht zwangsläufig abwertend, könne aber bei manchem so ankommen.
"In Bayern heißt das 'Grüß Gott!'"
Bei einem sprachlichen Ausrutscher wiesen die Lehrer den Schüler höflich zurecht, erläutert die Rektorin. Sie wolle ihre Schüler optimal auf den Beruf vorbereiten, sonst habe sie ihren Erziehungsauftrag nicht erfüllt. Und ein flapsiges "Hallo" hörten bayerische Personalchefs nun einmal nicht gern.
Seibert sieht sich nicht als Verfechterin des bayerischen Dialekts. "Aber in Bayern heißt es nun mal 'Grüß Gott'." Wem das nicht leicht über die Lippen gehe, könne auch freundlich "Guten Morgen" oder "Guten Tag" sagen. Der Respekt voreinander schwinde, findet sie. "Was früher selbstverständlich war, ist heute problematisch."
Die Landesschülervereinigung ist skeptisch. Die bayerische Schülerschaft diskutiere die "Hallo- und tschüs-freie Zone" sehr kontrovers, erzählt der Vorsitzende Martin Zelenka, der in Passau eine andere Schule besucht. "Die Maßnahme ist ein weiterer Schritt zur Entfremdung von Lehrern und Schülern." Der 17-Jährige kann an "Hallo" und "Tschüs" nichts Respektloses finden - und grüßt seine Lehrer deshalb auch so. Er sei zwar in Bayern geboren, könne sich aber nicht vorstellen, zu jemandem "Grüß Gott" zu sagen.
"Schüler müssen den richtigen Ton finden"
Es sei schon viel gewonnen, wenn ein Schüler überhaupt grüße, sagt der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbands, Max Schmidt. Er vermisst an den Schulen eine Höflichkeitskultur. Daher versteht er Seiberts Initiative. "Wenn das im Elternhaus nicht mehr geschieht, muss die Schule stärker als bisher eingreifen." Der Präsident des Bayerischen Lehrerverbands BLLV, Klaus Wenzel, lobt zwar die Idee hinter Seiberts Initiative. "Die Schüler müssen den richtigen Ton finden." Allerdings schlägt er vor, das Thema Grußformeln lieber im Unterricht zu behandeln, als einen Hinweis aufzuhängen.

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Das norddeutsche "Tschüs", auch "Tschüss" geschrieben, ist traditionell bei vielen Bayern unbeliebt. Seiberts Aktion erinnert an frühere Initiativen, in denen sich Bürger gegen die Verabschiedungsformel zur Wehr setzten. 2006 etwa erklärte Dialektpfleger Hans Triebel einen oberbayerischen Ort zur "tschüs-freien Zone" - mit Verbotsschildern am Ortseingang. Viele Bayern hätten Sorge, dass die heimischen Begriffe ins Lächerliche gezogen würden und schließlich verloren gingen, erläutert der Chef des Fördervereins Bairische Sprache und Dialekte, Horst Münzinger. Rektorin Seibert kann er gut verstehen: "Das Tschüs tut richtig in den Ohren weh."
Ob "Grüß Gott" höflicher als "Tschüs" ist, darüber mögen sich Süd- und Norddeutsche streiten. Bedeuten tun die beiden Grußformeln wohl das Gleiche: Denn laut Wikipedia soll sich das lockere "Tschüs" aus "atschüs" entwickelt haben - und das lässt sich - je nach Philosophie - auf das spanische "adiós" oder das französische "adieu" zurückverfolgen. Übersetzt: "zu Gott".
Christine Cornelius, dpa/abl

Sonntag, 5. Februar 2012

Moderne Medientrends


Moderne Me­dientrends
Die Welt ändert sich sehr schnell. Und mit der Welt ändern sich auch die Kommuni­kationsmittel. Das gehört schon zum vori­gen Jahrhundert - morgens am Esstisch mit der Zeitung Kaffee zu trinken, den ganzen Tag im Auto Radio zu hören und abends fernzusehen. Heute bekommen im­mer mehr Menschen diese Informationen durchs Internet. Besonders die junge Gene­ration, die es nicht gewohnt ist, eine Zeitung zu kaufen und in Ruhe zu lesen. Aber nicht nur das Internet allein spielt eine wichtige Rolle bei der modernen Kom­munikation. Das Internet ist nur ein Mittel, das diese Kommunikation sehr schnell liefert und dabei auch erleichtert, genauso wie das Papier oder elektronische Geräte wie der Fernseher und das Radio das frü­her machten. Zu modernen Massenmedi­en gehören viele Projekte, die mindestens jünger als 15 Jahre sind. Social Networks, Wikipedia,Twitter und natürlich Blogs - das alles sind schon unersetzliche Elemente, nicht nur im Alltag, sondern auch bei der journalistischen Arbeit. In erster Linie, weil dort am schnellsten die Nachrichten er­scheinen. Zweitens, weil keine Zensur herrscht und drittens, weil dort Blogger und Journalisten mehr Freiheit bekommen. Die Formen haben sich auch geändert. Während es in den ersten Zeitungen nur Berichte gab, existiert heute eine Reihe von Genres des modernen Journalismus. So hat sich auch der Gonzo-Journalismus entwickelt. So liest man mehr Meinungen. So findet man mehr Kritik und Recherchen. Aber modern heißt nicht ideal. Und alle diese Kommunikationsmittel haben einige Nachteile. Die Journalisten (und besonders die Blogger) sind unter Druck, schneller zu schreiben. Deswegen prüfen sie nicht immer sorgfältig ihre Informationen. Der Leser muss öfter selbst spannende Beiträge finden, weil im Internet alles unstrukturiert ist. Doch die neuen Medien werden in den nächsten Jahren zweifelsohne eine führende Stellung beziehen. Darum findest Du in dieser Aus­gabe viel Interessantes über moderne Me­dientrends.
"Warum-Darum"Nr.3/2011

Montag, 30. Januar 2012

Stress, Maß, Kontrolle: немецкий менталитет в устойчивых выражениях

Stress, Maß, Kontrolle: немецкий менталитет в устойчивых выражениях

менталитет немцевSchick siehst du aber heute aus! Наверное, каждая российская девушка неоднократно слышала эту фразу от своих немецких знакомых. Причем даже если она «всего лишь надела юбку» или «повязала шарфик».
Прочитав в очередной раз на каком-то форуме о том, как часто наши соотечественницы слышат в свой адрес эту фразу, и объяснения этого явления (привычка немцев неброско одеваться, будничная по сравнению с принятой в России мода), я задумалась, а какие еще употребимые выражения могут нам что-то поведать о немецком менталитете.
Языковая картина мира. Немного теории
Никто не станет отрицать тесную связь языка и мышления. Еще Вильгельм фон Гумбольдт заметил, что «различные языки являются для нации органами их оригинального мышления и восприятия».

Развив эту идею, другой немецкий ученый – Лео Вайсгербер – построил теорию языковой картины мира (Weltbild der Sprache). Согласно ей каждый родной язык содержит в своих понятиях единую систему взглядов  и некую картину мира – она передается каждому члену языкового сообщества и не просто передается, а как бы навязывается в качестве обязательной. Представления, формирующие картину мира, входят в значения слов в неявном виде, так что человек принимает их на веру, не задумываясь.

Для иллюстрирования языковой картины мира лингвисты берут специфические выражения, свойственные для конкретного языка. Но иногда и обычные выражения, часто используемые в языке, могут отчетливо показать некоторые особенности национального характера. Так что же стоит за некоторыми любимыми немцами фразами?

Долой неопределенность

Перейдем к практике! Тем более, что немцами ценится умение высказываться по существу без переливания из пустого в порожнее. Многими отмечается, что в деловых переговорах немцы умеют быстро переходить к сути в отличие от русских. Соответствующее выражение auf den Punkt kommen (auf den Punkt bringen) часто используется в немецком языке. Есть даже книга по риторике, которая так и называется: Komm zum Punkt. (Der Punkt в немецком языке означает не просто «точка, пункт», но и «момент, вопрос» (ср. англ point)).

А вот Ich habe Stress - обычное выражение, употребляемое и в других языках. У всех из нас может быть стресс. Специфичность его употребления в немецком языке состоит лишь в частоте его использования. Вы заметили, что немцы нередко произносят эту фразу? И иногда по совершенно пустяковому поводу.  Телефон дома забыл: Ich habe Stress, бензин не заправил: Ich habe Stress, забыл что-то купить: Ich habe Stress!

Такое ощущение, что они просто из всего строят проблему. Малейшее отклонение от привычного распорядка вещей способно вызвать у среднестатистического немца этот самый пресловутый стресс. С бытовой точки зрения может показаться, что просто немцы в большинстве своём не испытывают более сильных стрессовых событий, вот и воспринимают обычные жизненные ситуации как стрессовые…

Но на этот счет есть и научное мнение. Психологи называют Германию страной с высоким уровнем избегания неопределенности. Другими словами, в немецкой культуре люди испытывают стресс и чувство страха, просто находясь в ситуации неизвестности. Представители таких культур пытаются избегать неясных ситуаций, обезопасив себя множеством формальных правил и неприятием отклонений от нормы в поведении. Для такого общества характерен высокий уровень беспокойства, поэтому важную роль здесь играют вопросы безопасности и охраны.

С интересной стороны иллюстрирует эту ментальную особенность фразеологизм auf Nummer sicher gehen – перестраховываться, быть уверенным на 100%. Данное выражение восходит к «auf Nummer Sicher sitzen», где Nummer Sicher означает тюремную камеру: заключенные надежно (sicher) упрятаны в пронумерованных (Nummer) камерах. 

Психологи также отмечают, что в обществе с высоким уровнем избегания неопределенности не любят риск. Соблюдать меру (Maß halten – еще одно «говорящее» выражение) крайне важно для немецкой культуры. И понятно почему – в таком обществе люди стараются избегать всего экстремального. Еще и поэтому представители такого общества испытывают сильную потребность в письменных инструкциях, правилах и законах, которые придают их жизни устойчивость и определенность. В таких культурах предпочтительны четкие цели, подробные задания, жесткие графики работы и расписания действий.

Время, контроль и порядок

Неудивительно, что фраза  Ich habe еinen Termin часто произносится немцами как какое-то заклинание или мантра. Termin - назначенная встреча, срок исполнения, дата – это нечто очень важное. Поэтому не смейтесь, когда ваша немецкая приятельница с многозначительным видом говорит: Ich habe keine Zeit, ich muss gehen, ich habe einen wichtigen Termin, а на самом деле имеет в виду всего лишь поход в парикмахерскую.


Германия является не только обществом с высоким уровнем избегания неопределенности, но еще и монохронной культурой.  В таких культурах время – это система, с помощью которой поддерживается порядок (Ordnung – куда ж без него?!) в организации человеческой жизни. «Монохронный» человек занимается только одним видом деятельности за определенный отрезок времени, на это время он как бы «закрывается» в своем собственном мире, в который другим людям нет доступа. В монохронных культурах не любят быть прерванными в процессе деятельности. Иначе дело обстоит в полихронных культурах, какой, например, является Россия. Здесь на первое место выходят человеческие отношения: они важнее, чем принятый план деятельности, поэтому пунктуальности и распорядку дня в этих культурах не придается большого значения.

Moskau

Moskauhttp://vimeo.com/34134308
 Цейтраферная съемка в движении / time-lapse photography in motion